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12 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: August 2026
Bestell-Nr.: 20932
https://doi.org/10.30820/1613-2637-2026-3-313
»Psychotherapie im Alter«
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Nils F. Töpfer

Halt’ dich an deiner Sehnsucht fest (PDF)

Sehnsucht zwischen Nicht-Mehr und Noch-Nicht im Alter(n)

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Ausgehend vom Beatles-Song When I’m Sixty-Four und aktuellen Befunden zu Vorstellungen vom Leben im Alter fragt der Beitrag nach der Bedeutung von Sehnsucht im höheren Lebensalter. Im Anschluss an Eriksons Entwicklungsaufgabe »Integrität versus Verzweiflung« wird der »atmende« Modus der Sehnsucht mit dem für Integrität notwendigen Aushalten von Unvollständigkeit und Ambivalenz sowie mit ihren reflexiven und evaluativen Prozessen in Verbindung gebracht. Verzweiflung erscheint hingegen als Ausdruck einer maligne entgleisten Sehnsucht, die sich im Depletion-Syndrom bei Depressionen im Alter widerspiegelt. Vor dem Hintergrund struktureller Parallelen zwischen der Dynamik der Sehnsucht und jener von Regression und Progression – im Sinne des Zusammenspiels von Nachwirkung und Rückwirkung sowie einer traumähnlichen Eigenzeit – wird dafür plädiert, Sehnsucht als zentralen Zugang zum Spannungsfeld von Nicht-Mehr und Noch-Nicht zu begreifen und so regressives Potenzial in der Psychotherapie älterer Patient:innen nutzbar zu machen.

Abstract:
Starting from the Beatles’ song When I’m Sixty-Four and contemporary findings on conceptions of later life, this paper explores the significance of Sehnsucht (life longing) in older adulthood. Drawing on Erikson’s developmental task of ego integrity versus despair, the »breathing« mode of longing is linked to the capacity required for integrity: tolerating incompleteness and ambivalence, as well as engaging in reflective and evaluative processes. Despair, in contrast, is conceptualized as the outcome of a pathological fixation of longing, reflected in the depletion syndrome observed in late-life depression. Against the background of structural parallels between the dynamics of longing and those of regression and progression – understood in terms of »Nachträglichkeit« as the interplay of after-effects and retroactive re-signification, as well as a dream-like temporality –longing is proposed as a key point of access to the tension between »no-longer« and »not-yet«. In this way, regressive potential may be rendered therapeutically fruitful in psychotherapy with older patients.