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17 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 22642
https://doi.org/10.30820/0941-5378-2026-1-77
»Psychoanalyse im Widerspruch«
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Matthias Heitmann & Erik Grützner

Scham in der Supervision (PDF)

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Die Scham ist eine der herausforderndsten Emotionen, die im psychotherapeutischen Prozess auftreten kann. Aufgrund ihres ansteckenden Charakters ist es häufig zu beobachten, dass sich der Schamaffekt von der Therapiesitzung in die Supervision übertragt und hier in der Beziehung zwischen Supervisor und Supervisand spürbar wird. Diese Spürbarkeit sowie der interpersonelle Charakter der Scham als möglicher Schnittstellenaffekt bieten allerdings auch die Möglichkeit der Bearbeitung in der Supervision. Ausgehend vom Verständnis, dass die Supervision der psychotherapeutischen und persönlichen Entwicklung der Supervisanden dient und die Arbeit insbesondere an Übertragungsphänomen geschieht, soll dieser Artikel die Frage diskutieren, welche Einflüsse und Auswirkungen Scham und Beschämtwerden in der Supervision haben und wie mit ihnen umgegangen werden kann. Hierzu wird die Scham ausgehend von etablierten Schamtheorien als psychodynamisches Konstrukt definiert, nach ihren verschiedenen Formen und Inhalten unterschieden und ihre Funktion und die Abwehr des Schamaffekts diskutiert. Abschließend werden die Konsequenzen für den Supervisionsprozess sowie Möglichkeiten der Schambearbeitung elaboriert. Dies geschieht anhand von vier Fallvignetten, die die erfolgreiche sowie die gescheiterte Schambearbeitung in der Supervision darstellen und Fallstricke und Bearbeitungsansätze verbildlichen sollen.

Abstract:
Shame is one of the most challenging emotions that can arise in the psychotherapeutic process. Due to its contagious nature, it is often observed that shame affects transfer from the therapy session to the supervision and becomes noticeable in the relationship between supervisor and supervisee. However, this noticeable effect and the interpersonal nature of shame as a possible interface effect also offer the opportunity for processing in supervision. Based on the understanding that supervision serves the psychotherapeutic and personal development of supervisees and that the work focuses in particular on transference phenomena, this article aims to discuss the question of what influences and effects shame and being shamed have in supervision and how they can be dealt with. To this end, shame is defined as a psychodynamic construct based on established shame theories, differentiated according to various forms and contents of shame, and its function and the defence against the shame effect are discussed. Finally, the consequences for the supervision process and the processing of shame in this process are elaborated. This is done on the basis of four case vignettes that illustrate successful and unsuccessful shame processing in supervision and are intended to illustrate pitfalls and approaches to processing.