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11 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: März 2026
Bestell-Nr.: 26804
https://doi.org/10.30820/0171-3434-2026-1-37
»psychosozial«
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Doreen Zeymer-von Metnitz

Verwobene Feindbilder (PDF)

Antisemitismus und seine Relation zu Rassismus nach dem 7. Oktober

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Der Beitrag untersucht die Veränderungen im Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus in Deutschland nach den Ereignissen des 7. Oktober 2023. Ausgehend von konkreten Protestereignissen und öffentlichen Debatten wird gezeigt, wie sich antisemitische und rassistische Diskurse in neuer Weise verschränken, gegeneinander ausgespielt und politisch instrumentalisiert werden. Dabei wird herausgestellt, dass Antisemitismus und Rassismus zwar ähnliche gesellschaftliche Funktionen erfüllen, aber auf unterschiedlichen projektiven Mechanismen beruhen. Die Analyse der Reaktionen in Politik, Zivilgesellschaft und akademischen Milieus verdeutlicht einerseits eine selektive Empathie gegenüber jüdischen Opfern, andererseits eine Externalisierung von Antisemitismus durch rassistische Zuschreibungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese Diskursverschiebungen fragile Solidaritäten, Koalitionen und Formen des (Anti-)Antisemitismus und (Anti-)Rassismus prägen. Der Beitrag plädiert für eine relationale Perspektive, die sowohl die Eigenlogik als auch die Verwobenheit beider Phänomene ernst nimmt, um gegenwärtige Konfliktlinien und Blockaden solidarischer Allianzen nachzuvollziehen.

Abstract:
This article examines how the relationship between anti-Semitism and racism in Germany has changed following the events of 7 October 2023. Drawing on specific protests and public debates, it illustrates how anti-Semitic and racist discourses are becoming intertwined in novel ways and are being exploited for political gain. Although anti-Semitism and racism fulfil similar social functions, the article highlights that they are based on different projective mechanisms. Analysing reactions in politics, civil society and academia reveals selective empathy towards Jewish victims, as well as the externalisation of anti-Semitism through racist attributions. The focus is on how these shifts in discourse shape fragile alliances and forms of anti-Semitism and racism. The article advocates adopting a relational perspective that considers the internal logic of both phenomena and their intertwining in order to understand current lines of conflict and obstacles to forming solidarity alliances.