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8 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: August 2026
Bestell-Nr.: 26824
https://doi.org/10.30820/0171-3434-2026-3-11
»psychosozial«
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Thomas Macho

Das Zeitliche segnen (PDF)

Abschied von der Unsterblichkeit

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Der Beitrag befasst sich aus kulturhistorischer, philosophischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive mit der seit der frühen Neuzeit allmählich zunehmenden Kritik an Imaginationen der Unsterblichkeit. Das erste Kapitel thematisiert Franz Borkenaus Konzeption einer »Todesantinomie«, im Sinne des Begriffs der Antinomie in Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft, der gegensätzliche Aussagen beschreibt, die jeweils nicht widerlegt werden können, weil sie Grenzüberschreitungen der Vernunft implizieren. Das zweite Kapitel befasst sich mit philosophischen und literarischen Gestalten der Unsterblichkeitskritik, u. a. mit Bernard Williams, Karel Čapek, Virginia Woolf, Simone de Beauvoir oder Yuval Noah Harari. Das dritte Kapitel kommentiert ein häufig unterschätztes Motiv der altgriechischen Mythologie: den Neid der Götter, der nicht zuletzt den Qualitäten der Sterblichkeit gilt. Warum hat der Kentaur Cheiron, Erzieher zahlreicher Helden, die Gabe der Unsterblichkeit abgelehnt? Warum verzichtet Odysseus auf der Insel der Nymphe Kalypso auf das Angebot eines ewigen Lebens?

Abstract:
This article examines, from cultural-historical, philosophical and literary perspectives, the criticism of imaginations of immortality, which has gradually intensified since the early modern period. The first chapter examines Franz Borkenau’s idea of a »death antinomy«, in the sense of the concept of antinomy in Immanuel Kant’s Critique of Pure Reason, which describes contradictory statements that cannot be refuted because they imply transgressions of the limits of reason. The second chapter analyses philosophical and literary figures critical of immortality, including Bernard Williams, Karel Čapek, Virginia Woolf, Simone de Beauvoir and Yuval Noah Harari. The third chapter explores a frequently underestimated motif in ancient Greek mythology: the envy of the gods, which is directed not least at the qualities of mortality. Why did the centaur Chiron, tutor to numerous heroes, reject the gift of immortality? Why did Odysseus, whilst on the island of the nymph Calypso, turn down the offer of eternal life?