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14 Seiten, PDF-E-Book
Erschienen: Juni 2026
Bestell-Nr.: 26816
https://doi.org/10.30820/0171-3434-2026-2-43
»psychosozial«
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Pascal Bastian & Lisa Rosen

Flucht erzählen und legitimieren müssen (PDF)

Filmische und sozialpädagogische Narrative im Asylregime

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Der Artikel analysiert die Erzählund Legitimationszwänge von Flucht im Kontext des europäischen Asylregimes und verknüpft filmische mit migrationsund sozialpädagogischen Perspektiven. Am Beispiel des belgischen Films Tori und Lokita (2022) werden zwei zentrale Szenen rekonstruiert, die die institutionellen Anforderungen an Fluchtnarrative sowie die ambivalenten Möglichkeiten von Agency und Widerstand verdeutlichen. Ergänzt wird die filmanalytische Betrachtung durch ethnografische Einblicke in die sozialpädagogische Asylberatung, wobei die Rolle menschlicher und nicht-menschlicher Akteur*innen im Netzwerk des Asylregimes herausgearbeitet wird. Der Beitrag zeigt, dass Fluchtgeschichten nicht nur individuell erzählt, sondern durch institutionelle Praktiken strukturell geformt und normiert werden. Gleichzeitig eröffnen sich Handlungsspielräume für widerständige Praktiken – sowohl für Geflüchtete als auch für Fachkräfte. Dies verweist auf die Bedeutung einer kritischen Reflexion von Machtverhältnissen und deren Beitrag zur Herstellung anerkannter Erzählweisen von Flucht.

Abstract:
This article analyses the narrative and legitimising constraints of flight within the context of the European asylum regime, linking cinematic perspectives with those of migration studies and social pedagogogy. Using the 2022 Belgian film Tori and Lokita as a case study, two key scenes are reconstructed to illustrate the institutional requirements for refugee narratives, as well as the ambivalent possibilities for agency and resistance. The film analysis is complemented by ethnographic insights into social-pedagogical asylum counselling to highlight the roles of human and non-human actors within the asylum regime network. The article shows that refugee stories are not only individual accounts but are also shaped and normalised by institutional practices. At the same time, however, spaces for resistant practices emerge for both refugees and practitioners. This emphasises the importance of critically reflecting on power relations and their role in shaping recognised narratives of fleeing.